Belfriede von Belgien und Frankreich
| Belfriede von Belgien und Frankreich | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Standpunkte der Belfriede | |
| Vertragsstaat(en): | Belgien, Frankreich |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (ii)(iv) |
| Referenz-Nr.: | 943 |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 1999 (Sitzung 23) |
| Erweiterung: | 2005 |
Die Belfriede von Belgien und Frankreich sind eine Gruppe von 56 historischen Gebäuden, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Dazu zählen Belfriede, die als architektonischer Ausdruck der aufkommenden bürgerlichen Unabhängigkeit von feudalen und religiösen Einflüssen in der ehemaligen Grafschaft Flandern (dem heutigen Französisch-Flandern in Frankreich und Flandern in Belgien) und den angrenzenden Gebieten, die einst zum Besitz des Hauses Burgund (im heutigen Wallonien) gehörten, dienten.[1]
Die Welterbestätte trug ursprünglich den Namen Belfriede von Flandern und Wallonien, eine 1999 von der UNESCO erstellte Liste von 32 Türmen in diesen beiden Regionen Belgiens. Im Jahr 2005 wurde die Liste um 23 Glockentürme aus den Regionen Nord-Pas-de-Calais und Picardie im Nordosten Frankreichs sowie um den Glockenturm von Gembloux in Wallonien erweitert und erhielt ihren heutigen Namen.[2]
Obwohl sich die Liste auf städtische Türme bezieht, sind sechs belgische Kirchtürme (man beachte die Bezeichnungen „Kathedrale“, „Kirche“ und „Basilika“ in der folgenden Liste) unter dem Vorwand aufgeführt, dass sie als Wachtürme oder Alarmglockentürme gedient hätten.
Bei den meisten Bauwerken der Liste handelt es sich um Türme, die aus größeren Gebäuden herausragen. Einige wenige Türme stehen jedoch für sich allein oder sind wieder aufgebaute Türme, die früher mit angrenzenden Gebäuden verbunden waren. Der Turm des Brüsseler Rathauses fehlt zwar, doch handelt es sich dabei nicht um einen echten Glockenturm. Der ursprüngliche Glockenturm von Brüssel befand sich bis zu seinem Einsturz im Jahr 1714 neben der St.-Nikolaus-Kirche.[3]
Liste der Glockentürme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Das Rathaus in Antwerpen (1564) gilt als hervorragendes Beispiel für die Umsetzung von Renaissance-Prinzipien im Mittelrisalit mit übereinander angeordneten abnehmenden Registern, flankiert von Obelisken und Schnörkeln und abgeschlossen mit einem Giebel, der das Thema des zentralen Glockenturms wieder aufgreift.
- ↑ Laut UNESCO ist der Belfried mit der ID 943-015 die ''Ancienne Halle avec Beffroi''; im Niederländischen auch ''Oude Halle met Belfort''. Diese aus dem 14. Jahrhundert stammende Tuchhalle mit dem nie in der vorgesehenen Höhe errichteten Belfried - beide wurden kaum je für die vorgesehenen Zwecke genutzt - bildet zusammen mit den neueren Nebengebäuden das heutige Rathaus.
- ↑ Unter der ID 943-016 verbirgt sich laut UNESCO der Tour de Saint-Rombaut, in der niederländischen Sprache Sint-Romboutstoren, der Hauptturm der Kathedrale, der früher auch als Wachturm gegen Brände diente.
- ↑ Das Landhaus ( "Landhuis") im Stadtzentrum war einst der Sitz des Kasselrij oder der Burggrafschaft Veurne-Ambacht, die für das Land zuständig war, im Gegensatz zum benachbarten Stadhuis (wörtlich: "Stadthaus", meint jedoch das Rathaus), das für die Stadt zuständig war. Das Landhuis wurde später zum Gerichtshof und in jüngster Zeit zu einem Ort für kulturelle Zwecke, z. B. für Ausstellungen, Tanzveranstaltungen, Konzerte usw.
- ↑ Monuments in Dunkerque. Abgerufen am 24. Dezember 2024 (englisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Belfriede auf der UNESCO Website
- Die belgischen Belfriede auf der UNESCO-Liste mit ID 943 (ausgenommen Gembloux) inkl. Fotografien vom Flemish Department of Monuments and Landscapes
- Die französischen Belfriede auf der UNESCO-Liste mit ID 943 (französisch) mit Fotografien und Beschreibungen
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Eva Mendgen: Belfriede in Belgien und Frankreich. Abgerufen am 23. Dezember 2024.
- ↑ Belfriede in Belgien. In: Rein-weimar.de. Abgerufen am 23. Dezember 2024.
- ↑ Il y eut pourtant des projets de reconstruction aux siècles passés. Oh effroi! Bruxelles est sans beffroi! In: Le Soir. Abgerufen am 3. November 2021 (französisch).
- 1 2 Belfries of Belgium and France. In: UNESCO. Abgerufen am 1. Juli 2021 (englisch).
