Die Rekonstruktion und Deutung der Geschichte Buchenwalds werden seit 1945 von der Tatsache geprägt, dass im KZ Buchenwald im Vergleich zu anderen nationalsozialistischen KZ eine relativ große Zahl deutscher politischer Häftlinge, insbesondere Kommunisten und Sozialdemokraten, gefangen gehalten wurden und das Lager überlebt haben. Gemeinsam war diesen politischen Häftlingen die Auffassung, dass aus der Erfahrung der politischen Verfolgung und des Widerstandskampfes gegen das nationalsozialistische Regime von Buchenwald aus wesentliche Impulse für die Neugestaltung Deutschlands ausgehen müssten und den politisch Verfolgten bei dieser Neugestaltung eine maßgebliche Rolle zustände.
Das KZ Buchenwald war das erste von einer westalliierten Armee befreite Konzentrationslager. Die hier sofort nach der Befreiung entstandenen Berichte, Filmaufnahmen und Pressefotos prägten deshalb nachhaltig die Wahrnehmung der westlichen Welt in bezug auf die nationalsozialistischen Verbrechen und die Wirklichkeit der Lager. Der spätere US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower, Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, vermerkte in seinen Memoiren in bezug auf eine Besichtigung des KZ-Außenlagers Ohrdruf am 12. April 1945, d. h. einen Tag nach der Befreiung Buchenwalds: "Ich bin niemals im Stande gewesen, die Gefühle zu beschreiben, die mich überkamen, als ich zum ersten Mal ein so unbestreitbares Zeugnis für die Unmenschlichkeit der Nazis und dafür vor Augen hatte, dass sie sich über die primitivsten Gebote der Menschlichkeit in skrupelloser Weise hinwegsetzten. [...] Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick. [...] Sobald ich am Abend in Pattons Hauptquartier zurückgekehrt war, telegraphierte ich nach Washington und London und drang bei den Regierungsstellen darauf, man solle sofort ohne weitere Umstände eine Reihe von Zeitungsredakteuren und Volksvertretern nach Deutschland schicken. Ich hielt es für richtig, der Öffentlichkeit in Amerika und England diese Beweise unverzüglich zugänglich zu machen, und zwar so, dass für zynische Zweifel kein Raum mehr blieb."
Gleichfalls unter dem Eindruck eines Besuches des Lagers - am 15. April - ordnete der Kommandeur der III. US-Armee, General Patton, die Besichtigung des Lagers durch eine repräsentativ zusammengesetzte Gruppe der Weimarer Bevölkerung an.
Über die organisierten Führungen und die Foto- und Filmdokumente hinaus trug die Sammlung von Berichten überlebender Häftlinge wesentlich zur Wahrnehmung der Lagerwirklichkeit und der Verbreitung der Geschichte des KZ Buchenwald bei. Bereits in den ersten Tagen nach der Befreiung verfassten über 100 Überlebende, die zumeist Funktionen im Lager ausgeübt hatten und die es deshalb besser als andere kannten, auf Veranlassung eines Intelligence Teams der Psychological Warfare Division etwa 150 Erlebnisberichte. Zunächst gedacht als Report für das Hauptquartier der alliierten Streitkräfte, arbeitete der an der Entstehung und Sammlung der Erinnerungsberichte wesentlich beteiligte ehemalige österreichische Häftling und Publizist Eugen Kogon die Zeugnisse zum ersten Standardwerk über das System der NS-Konzentrationslager aus. 1946 erschien die erste Ausgabe seines "SS-Staates". Eine Bibliographie der ausländischen Literatur zum KZ Buchenwald würde weit über 1.000 Titel umfassen.
Noch vor Auflösung des Speziallagers Nr. 2 und noch vor der offiziellen Gründung der DDR empfahl die Informationsabteilung der Sowjetischen Militäradministration der VVN im Juli 1949, nach dem Vorbild von Auschwitz bzw. Theresienstadt "im Lager Buchenwald ein Nationalmuseum einzurichten".
Doch dieses von der VVN angedachte "Widerstandsmuseum großen Ausmaßes", in dem ehemalige Baracken verschiedenen Nationen für eigene Ausstellungen zur Verfügung gestanden hätten, ist niemals verwirklicht worden. Das Politbüro der SED hatte andere Pläne. Auf einer Sitzung des Buchenwaldkomitees im Januar 1950 teilte Walter Bartel lapidar mit: "Die Partei hat den Auftrag erteilt, eine Thälmann-Gedenkstätte zu errichten" Was dies für das Lagergelände bedeutete, wurde in einem Beschluss des Sekretariats des ZK der SED am 9. Oktober 1950 deutlich: Vorbereitet durch die ehemaligen Häftlinge Walter Bartel und Robert Siewert sowie dem Vorsitzenden der VVN Thüringen, Willy Kalinke, wurde verfügt, das gesamte Lager mit all seinen Baracken abzureißen. Einzig das Krematorium - als Todesort von Ernst Thälmann -, das Torgebäude und der West- und Ostturm sollten erhalten werden. Der Beschluss wurde später ergänzt durch den Plan einer Aufforstung des Geländes.
Der Abriss des Lagers erfolgte nicht in der Absicht, die Spuren der Nutzung des ehemaligen KZ als sowjetisches Speziallager zu verwischen. Hierzu wäre weder die Übergebe des ehemaligen KZ an die deutschen Behörden nötig gewesen, noch die Umwandlung des Lagers in ein Nationalmuseum. Vielmehr folgte das Ineinander von Auslöschung und Erhaltung bestimmter Relikte des Lagers einem bestimmten Interpretationskonzept der Geschichte des KZ Buchenwald. "Das Wesen des Konzentrationslagers Buchenwald verkörpert sich nicht in den Baracken oder den massiven Blocks" - sah sich Robert Siewert 1952 in Absprache mit Walter Bartel gezwungen, noch einmal den Abriss zu rechtfertigen - "Das Wesen war die tiefe Kameradschaft, die gegenseitige Hilfe, verbunden und gestählt durch den Kampf gegen den faschistischen Terror, der organisierte Widerstand und der tiefe Glaube an den Sieg unserer gerechten Sache!"
Die schließliche Gestaltung des erhaltenen Teils des Häftlingslagergeländes - trotz Aufgabe des Aufforstungsbeschlusses überließ man mehr als die Hälfte der Natur - folgte dem Leitmotiv "durch Sterben und Kämpfen zum Sieg". Bruchsteinfelder markierten die Standorte eines Teils der ehemaligen Blocks. So sollte einerseits der Eindruck menschenfeindlicher Öde und Unwirtlichkeit hervorgerufen, wie andererseits "bewusste[s] Zerschlagen des faschistischen Grauens" unter Führung der Gefolgsmänner Ernst Thälmanns zum Ausdruck gebracht werden. Dieser Interpretationslinie folgend, wurde das Gedenkstättengelände bereits in den fünfziger Jahren mit einem Netz von Informationstafeln überzogen, die die Geschichte des KZ Buchenwald nunmehr auch topographisch auf die Darstellung des kommunistischen Widerstandes und der internationalen Solidarität unter Führung der KPD-Mitglieder verkürzten, eine Verkürzung, die ihrerseits durch die ab 1954 eingerichteten Ausstellungen flankiert wurde.
Am 14. September 1958 schließlich wurde die "Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald" eingeweiht. Errichtet worden war eine monumentale Denkmalsanlage, die dem Heroenkult des sozialistischen Realismus folgte, zugleich aber formsprachlich deutliche Bezüge zur nationalistisch-konservativen deutschen Memorialarchitektur in Folge des 1. Weltkrieges und NS-Deutschlands, etwa den Totenburgen Wilhelm Kreis, erkennen ließ. Durch ein archaisierendes Tor betrat der Besucher eine hangabwärtsführende Treppe und stieg, begleitet von Reliefstelen, die nach dem bereits erwähnten Motto "durch Sterben und Kämpfen zum Sieg" gegliedert waren, zu den Toten herab. An den mit Ringmauern im römischen Stil gefassten Massengräbern vorbei passierte der Besucher die pylonengesäumte "Straße der Nationen". Abstieg und Gräber sollten die "Nacht des Faschismus" symbolisieren. Die "Straße der Nationen" hingegen die kämpferische internationale Solidarität. Durch das dritte Ringgrab hindurch stieg der Besucher anschließend die "Treppe der Freiheit" zur Plastik der befreiten Häftlinge und zum "Turm der Freiheit" empor. Hier sollte er der "Selbstbefreiung" der Häftlinge ebenso inne werden wie dem "befreiten Teil Deutschlands", d. h. der DDR als seiner Heimat und seinem antifaschistischen Vaterland. Verinnerlicht werden sollte so die Geschichtsnotwendigkeit des Sieges des Kommunismus, wie auch der Umstand, dass er noch nicht überall durchgesetzt sei, man wachsam und kämpferisch bleiben müsse. Der Identifikation mit der DDR und dem Ostblock sollte die Ablehnung Westdeutschlands und der westlichen Allianz als potentiellen Nachfolgern des SS-Staates entsprechen. Gedenken bedeutete weniger Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, als vielmehr Selbstverpflichtung auf den SED-Staat.
Dieses Erinnerungsprogramm der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald wurde bis zum Ende der DDR inhaltlich kaum modifiziert. Vorgenommene Veränderungen betrafen vor allem die Ausweitung der Gedenkstätteninfrastruktur und Modernisierungen der historischen Ausstellungen.
Erst Mitte der achtziger Jahre kam es zu punktuellen Infragestellungen der bisherigen Arbeit der Gedenkstätte. Vor dem Hintergrund der Feststellung, dass zunehmend weniger Jugendliche von der Gedenkstätte und den überkommenen Ritualen der Erinnerung tatsächlich erreicht wurden, gab es Überlegungen, eine Jugendbegegnungsstätte und eine Geschichtswerkstatt einzurichten. Zum anderen wurden in Vorbereitung der Neufassung der historischen Ausstellung im Zuge ihrer Neueinrichtung in der ehemaligen Effektenkammer "ungerechtfertigte Lücken" thematisiert, wie z. B. der Hitler-Stalin-Pakt und das Schicksal der jüdischen Häftlinge, der Homosexuellen, der Bibelforscher, der Sinti und Roma. Die Thematisierung dieser Lücken blieb aber Fachgesprächen und wissenschaftlichen Konferenzen vorbehalten und fand sowohl in der neuen historischen Ausstellung, wie auch in der Gedenkstättenarbeit insgesamt kaum Umsetzung.
Nicht thematisiert wurde die Geschichte des sowjetischen Speziallagers Nr. 2. Zwar wurde dessen Existenz nicht grundsätzlich geleugnet, doch seine stereotype Charakterisierung als gewöhnliches Internierungslager für Nazi- und Kriegsverbrecher sollte eine Beschäftigung mit seiner Geschichte als obsolet und als ungerechtfertigten Affront gegenüber den KZ-Häftlingen erscheinen lassen. Gänzlich verschwiegen wurden die Toten des Speziallagers sowie deren Gräber in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte.
Nach dem Untergang der DDR wurde die Gedenkstätte Buchenwald ab 1990 neu konzipiert. Die Leitlinien dieser Neukonzeption wurden bereits im September 1991 von einer vom thüringischen Wissenschaftsminister berufenen Historiker-Kommission zusammengefasst:
"Es soll sowohl an das NS-Konzentrationslager als auch an das sowjetische Speziallager Nr. 2 erinnert werden.
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